Breitling

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Breitling Firmenlogo
Breitling
Léon Breitling (1860-1914)
Gaston Breitling (1884-1927)

Schweizer Uhrenhersteller

Kurzzeitmessung als Hauptakzent

Historisches Bild der Breitling-Fabrik 1892
© Breitling

Léon Breitling, Sohn deutscher Eltern, die auf der Suche nach Arbeit in die Schweiz übesiedelt waren, zeigte sich schon während seiner Uhrmacherlehre von der Idee der Kurzzeitmessung fasziniert. Im Alter von erst 24 Jahren fertigt er 1884 in Saint-Imier den ersten Zähler-Chronographen in eigener Regie; entsprechend wird die Gründung der Marke Breitling auf dieses Jahr datiert.

1892 erfolgt der Umzug in die Uhrmacherstadt La Chaux-de-Fonds. Dort spezialisiert man sich in der neu errichteten Produktionsstätte G. Léon Breitling S.A., Montbrillant Watch Factory zunächst auf Taschen-Chronographen.

Armband- und Bord-Chronographen für Piloten

Erster Chronograph mit Drücker, 1923
© Breitling
Als Léon Breitling im Jahre 1914 mit nur 54 Jahren stirbt, geht die Manufaktur auf seinen Sohn Gaston Breitling über. Dieser beginnt sich im Zuge der damals neu einsetzenden Entwicklung der Luftfahrt für Fliegerei zu interessieren und stellt Überlegungen an, wie sich Uhren hierzu geeignet einsetzen lassen. Bereits ab 1914 werden Armbanduhren mit Chronograph für sportliche und militärische Zwecke gefertigt, und 1915 fertigt Gaston Breitling den ersten Armbandchronographen mit zentralem Sekundenzeiger und 30-Minuten-Zähler.
Willy Breitling (1913-1979)
Mit diesem Handgelenkinstrument ermöglicht er es Flugzeugpiloten, Messungen der Flugzeit und andere Berechnungen durchzuführen.

1923 entwickelt Breitling den ersten Chronographendrücker; zuvor war der Start und die Rückstellung der Kurzzeitmessung noch über die Aufzugskrone erfolgt.

Gaston Breitling stirbt am 30. Juli 1927. Erst 1932 kann Willy, sein einziger Sohn, die Firmenleitung übernehmen. Er setzt die Innovationstätigkeit seines Vorgängers fort. Schon 1930 hatte die Firma ca. 40 verschiedene Chronographen-Modelle anbieten können. Die Erfindung des zweiten Chronographendrückers im Jahre 1934 untermauert die Vorrangstellung der Firma. Im Jahre 1936 bringt Willy Breitling einen berühmt gewordenen Bordchronographen für Flugzeuge auf den Markt, der später von über 30 Luftfahrtgesellschaften verwendet wird, und beliefert seither die Royal Airforce mit Borduhren für ihre Flugzeuge.

Die Klassiker Chronomat und Navitimer

1942 präsentiert Breitling das Modell Chronomat, einen Chronographen mit Rechenschieber und Handaufzug, der bei den amerikanischen Streitkräften (US Army Air Force) offiziell eingeführt wird. Der Name vereinigt übrigens "Chronograph" mit "Mathematik" (nicht "Automat"!), in Anspielung auf die mit der Uhr möglichen Berechnungen.

Das neben dem Chronomat bekannteste Modell der Firma ist der 1952 entwickelte "Navitimer" mit eingebautem Rechenschieber, von dem 1986 eine Neuauflage auf den Markt gebracht wird. Dieser Armbandchronograph kann durch seine Möglichkeit, eine korrekte Flugüberwachung zu realisieren, ein Bordinstrument ersetzen. Mit seiner Hilfe lassen sich Zeitmessung, Geschwindigkeitsberechnung sowie die Messung des Treibstoffverbrauchs durchführen. Der Navitimer wird zur offiziellen Fliegeruhr der Pilotenvereinigung AOPA auserkoren, deren Logo die ersten Modelle ziert.

Im Jahr 1962 entwickelt Breitling die Cosmonaute, die der Astronaut Scott Carpenter bei seiner Weltraummission mit der Kapsel Aurora 7 am 24. Mai 1962 trägt. Diese Uhr verfügt über ein 24-Stunden-Zifferblatt.

Das automatische Chronographenkaliber 11 "Chronomatic"

Breitling-Chronograph mit Kaliber 11 "Chronomatic"
© Breitling

Im Jahr 1965 hatten sich die Schweizer Firmen G. Leon Breitling S.A. in Genf, Heuer-Leonidas S.A. in Biel und Dubois Dépraz S.A. in Le Lieu zu einem geheimen Projekt zusammengetan, um gemeinsam den ersten Chronographen mit automatischem Aufzug der Welt auf den Markt zu bringen. Die Firma Buren S.A. in Büren an der Aare hatte den Auftrag, das automatische Uhrwerk zu entwickeln; Dubois Dépraz lieferte dazu, komplett auf einer Platine montiert, den Chronographen-Mechanismus. Am 3. März 1969 stellen sie gleichzeitig in Genf, New York, Hongkong und Beirut ihr Produkt unter dem Namen "Chronomatic" vor, bei dem das Federhaus der Uhr mittels einer exzentrischen Schwungmasse aufgezogen wird (Microrotor). Aufgrund der Werkkonstruktion befindet sich die Krone links.

Aber bereits am 10. Januar desselben Jahres war ihnen die Firma Zenith/Movado zuvorgekommen, indem sie ihre eigene Entwicklung eines automatischen Chronographenwerks, genannt "El Primero", also "der Erste", der Weltöffentlichkeit präsentiert hatte. Während das Kaliber "Chronomatic" nur 19.800 Halbschwingungen macht, schlägt der Konkurrent "El Primero" mit für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen 36.000 Halbschwingungen. Beide Entwicklungen markieren, jede für sich, Spitzenleistungen der Schweizer Uhrmacherkunst.

Quarzkrise und Neubeginn

Ernest Schneider

Im Zuge der Quarzkrise, die aufgrund des rapiden Preisverfalls zu einem Aussterben der Mechanikuhren führt, bringt Breitling Ende der 70er Jahre noch einige Modelle mit Quarzwerk heraus, aber dann ereilt auch diese Marke, wie die meisten ihrer Konkurrenten, das jähe Schicksal: Sie gerät in akute finanzelle Bedrängnis. Unvermeidbare Konsequenz ist der Ausverkauf der letzten Bestände an eigenen Werken sowie Original- und Fertigungszubehör. Die Produktion muß eingestellt werden. Wenige Wochen später, im Mai 1979, stirbt Willy Breitling.

Der Industrielle Ernest Schneider, selbst ein begeisterter Pilot, kauft die Markenrechte und läßt das alte Firmenprogramm sportlicher Armbandchronographen wieder aufleben. Sitz der am 30. November 1982 amtlich registrierten neuen "Breitling Montres S.A." ist nun Grenchen.

Beständiger Erfolg unter Führung von Ernest Schneider seit den 80ern

Breitling Chronomat
Erstes Modell: Frecce Tricolori, 1984
© Breitling

Die Marke Breitling erlebt im Zuge der Renaissance der Mechanikuhr einen rasanten Wiederaufstieg. Daran beteiligt ist vor allem das 1984 vorgestellte Leader-Modell Chronomat, das mit seinem neuem Design und seiner auffallenden Erscheinung großen Anklang unter den Käufern findet. Dieser Chronograph mit automatischem Aufzug wurde für die italienische Fliegerstaffel "Frecce Tricolori" entwickelt und widersteht Beschleunigungen von bis zu 20 G. Die markanten Pilotenuhren treffen beim Publikum auf beste Resonanz, und Breitling positioniert sich in diesem Marktsegment als Uhrenhersteller der Stunde. Klarzustellen wäre noch, daß der Chronomat mit seinem Vorgänger von 1942 nichts als nur den Namen gemeinsam hat. Die damalige Uhr ähnelte sowohl mit ihrem Aussehen als auch ihrem integrierten Rechenschieber eher dem Modell Navitimer.

Mit der Emergency präsentiert das Unternehmen 1995 als Weltneuheit eine außergewöhnliche Expeditionsuhr, die im Ernstfall Leben retten kann. Es handelt sich dabei um eine Quarzuhr mit eingebautem Minisender, der auf der Frequenz 121,5 MHz Notrufsignale abstrahlen kann.

Der hohe Bekanntheitsgrad der Firma wird dadurch noch gesteigert, daß das Unternehmen als Hauptsponsor der ersten Nonstop-Ballonfahrt um die Erde auftritt: Der Ballon Orbiter 3 des Schweizers Bertrand Piccard und des Briten Brian Jones erscheint mit dem unübersehbaren Schriftzug "Breitling" fast drei Wochen lang in allen Nachrichten, bevor der Flug nach einer Zeit von genau 19 Tagen, 21 Stunden und 47 Minuten am 21. März 1999 erfolgreich abgeschlossen wird.

2000 bezieht Breitling in Grenchen ein neues Hauptquartier. Nach Übernahme von Kelek, einem renommierten Spezialisten für Komplikationen, wird dessen Fachkompetenz in den 2002 eröffneten Betrieb Breitling Chronométrie eingebracht, der in La Chaux-de-Fonds beheimatet ist.

Zum 50. Jahrestag der ersten Modellpräsentation wird 2002 das Jubiläumsmodell Navitimer 50th Anniversary lanciert, das, wie inzwischen sämtliche Uhren von Breitling (auch einschließlich aller elektronischen Uhrwerke!), von der COSC als Chronometer geprüft und zertifiziert ist. Dadurch ist Breitling seit 1999 der erste und einzige Uhrenhersteller der Welt, der sämtliche Zeitmesser als Chronometer zertifizieren läßt.

Eine weitere bekannte Uhrenreihe des Herstellers trägt den Namen "Montbrillant", in Anlehnung an die Rue Montbrillant als Sitz der Breitling-Fabrik in La Chaux-de-Fonds. Das Sondermodell Montbrillant 1903 erscheint 2003 als Hommage an den historischen Flug der Gebrüder Wright, der genau hundert Jahre vorher, am 17. Dezember 1903, die Geburtsstunde der Fliegerei markiert hatte. Weitere bekannte Modelle sind Montbrillant Datora und Montbrillant Olympus.

Breitling for Bentley GMT
© Breitling

Breitling for Bentley

Anläßlich einer Kooperation mit dem Luxus-Fahrzeughersteller Bentley lanciert Breitling die Modellserie Breitling for Bentley, ca. 2004 beginnend mit dem Modell Breitling for Bentley Le Mans, dem bis dato größten im Hause gefertigten Chronographen.

Die Reihe wird nach und nach erweitert und enthält Modelle wie Breitling for Bentley Flying B, Flying B Chronograph oder Flying B No. 3, bei denen das Kunststück gelingt, das noble Flair der Automobile auf die Uhren kongenial zu übertragen — etwa indem Designformen aufgegriffen oder Original-Bentley-Lackfarben als Zifferblattfarben verwendet werden.

Fünf Modell-Linien

Heute siedelt Breitling sämtliche Modelle in fünf Linien an:

  1. Navitimer — mit den Modellreihen
  2. Windrider — mit dem bekannten Modell
    • Chronomat und seinen zahlreichen Verwandten;
    • von den Navitimer-Modellen abgesehen befinden sich hier die Fliegeruhren der Marke.
  3. Aeromarine — mit den Taucheruhren, darunter die bekannten Modelle
  4. Professional — kleinere Serie mit professionell ausgerichteten Modellen, u.a. mit der
  5. Breitling for Bentley — (siehe oben).

Hauseigenes Manufakturwerk und neuer Chronomat zum 125-jährigen Jubiläum

Hauseigenes Säulenrad-Chronographenwerk Kaliber B01
© Breitling
Breitling Chronomat B01
© Breitling

Zum 125-jährigen Jubiläum im Jahre 2009 wartet Breitling mit dem ersten hauseigenen Manufakturwerk auf, dem Säulenrad-Chronographenkaliber B01. Es verfügt über Chronometerzertifizierung und stattliche 70 Stunden Gangautonomie. Seine neuartige Architektur birgt Besonderheiten wie ein patentiertes Selbstzentrierungssystem, einen Herzhebel für die Nullstellung sowie eine exklusive Rückervorrichtung, die es ermöglicht, die Regulierung einfach und schnell auf den Träger abzustimmen. Auch hinsichtlich automatischer Fertigung und Wartungsfreundlichkeit wurden neue Wege beschritten.

Dieses komplett von Breitling entwickelte und selbst hergestellte Werk wurde, ebenfalls 2009, erstmals in einem überarbeiteten Modell des Chronomat eingesetzt: dem Modell Chronomat B01.

Literatur

Anschrift

Breitling SA
P.O. Box 1132
CH-2540 Grenchen
Tel. +41 32 654 54 54
Fax. +41 32 654 54 01

Weblinks