TAG Heuer

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TAG Heuer Firmenlogo
TAG Heuer
Erster wasserdichter Armbandchronograph der Welt von Heuer, 1939
© TAG Heuer

TAG Heuer ist ein Schweizer Uhrenhersteller.

Gründung im Jahre 1860

Die Uhrenmanufaktur Heuer wird im Jahr 1860 von Edouard Heuer in Saint-Imier gegründet. 1867 siedelt die Firma nach Biel um. 1882 beginnt die Serienfertigung von Chronographen, und Heuer erhält das erste Patent für einen Stoppuhrmechanismus. 1887 folgt die Erfindung des heute noch von namhaften Uhrenmarken verwendeten Schwingtriebs. Heuers Söhne Charles-Auguste und Jules-Edouard Heuer übernehmen 1891 die Leitung der Firma; später setzt Charles-Edouard Heuer das Familienerbe fort.

1911 präsentiert Heuer den ersten Bordchronographen für Fahrzeuge, "Time of Trip" genannt. 1916 wird der "Mikrograph", die weltweit erste Stoppuhr mit einer Meßgenauigkeit von 1/100 Sekunden, zum Patent angemeldet. Bei den olympischen Spielen 1920 in Antwerpen fungiert Heuer als offizieller Zeitnehmer. Desgleichen 1924 und 1928, sowie bei zahlreichen Skirennen. 1933 entwickelt Heuer die ersten Borduhren für Rennwagen und im selben Jahr die legendäre Stoppuhr Autavia.

Das Modell Solunar ist 1949 die erste Uhr mit Gezeitenanzeige; ihr folgt der 1950 entwickelte Mareograph-Seafarer, der weltweit erste Chronograph mit Gezeitenanzeige und Zifferblatt für Regatten.

Jack W. Heuer, Urenkel des Firmengründers und heute Ehrenpräsident von TAG Heuer

1958 beginnt die Mitarbeit von Jack W. Heuer, einem Urenkel des Firmengründers, im Unternehmen.

Am 1. Januar 1964 fusionieren die Uhrenmanufaktur Heuer und Leonidas, Saint-Imier zur Heuer-Leonidas S.A., als deren Geschäftsführer Jack W. Heuer fungiert. Jack W. Heuer ist in den Folgejahren maßgeblich für die Entwicklung neuer Modelle zuständig und richtet die Marke konsequent auf Sportzeitmessung und ein sportliches Image aus. Heuer wird zum Inbegriff für Zeitmessung bei Autorennen.

Die Sportuhren-Klassiker Carrera und Monaco

Das legendäre Sportuhrenmodell Carrera von TAG Heuer
© TAG Heuer

Anläßlich der 1964 stattfindenden Rallye "Carrera Panamericana Mexicana" erscheint die Carrera als erster Chronograph mit funktionellem Zifferblatt. Für Jack W. Heuer lautet bei der Entwicklung dieses Modells das oberste Ziel, eine optimale Ablesbarkeit der Anzeigen zu erreichen. Zu diesem Zweck läßt er den Armierungsring im gewölbten Plexiglas mit einer Fünftel-Sekunden-Skala versehen. Dadurch vergrößert sich das Zifferblatt um fast 2 Millimeter.

Die Carrera wird zu einem der bekanntesten Sportchronographen der Uhrengeschichte und erlebt zahlreiche Neuauflagen und Modellvariationen - als Handaufzuguhr wie auch mit Automatikwerk.

1966 präsentiert Jack W. Heuer den "Microtimer" als erste kompakte und preisgünstige elektronische Stoppuhr mit 1/1000 Sekunden-Meßgenauigkeit.

Der 3. März 1969 markiert das Erscheinungsdatum des berühmten Kalibers "Chronomatic", in Gemeinschaft mit Breitling, Leonidas, Hamilton/Büren und Dubois Dépraz entwickelt, das im Wettrennen um das weltweit erste automatische Chronographenwerk der Weltöffentlichkeit vorgestellt wird. Jedoch waren Zenith/Movado mit ihrer Präsentation des 'El Primero', die bereits am 10. Januar desselben Jahres stattfand, eine Nasenlänge voraus gewesen.

TAG Heuer Monaco
© TAG Heuer

1969 kommt das Modell Heuer Monaco als weltweit erster wasserdichter automatischer Chronograph im quadratischen Gehäuse auf den Markt. Die Uhr erlangt durch den Rennfahrer-Film "Le Mans" von und mit Steve McQueen einen großen Bekanntheitsgrad. Für den professionellen Auftritt, den die Zeitmessung in diesem sehenswerten Streifen spielt, sorgt übrigens ein Heuer-Mitarbeiter namens Gerd-Rüdiger Lang, der schon seit 1964 für die Firma tätig ist und später, von den frühen 80er Jahren an, als Gründer und erfolgreicher Leiter der eigenen Uhrenmarke Chronoswiss von sich reden macht.

Heuer wird von Enzo Ferrari zum offiziellen Zeitnehmer und Ausrüster in allen Zeitmessungsangelegenheiten der Scuderia Ferrari ernannt (1971-1979).

1975, während Quarzuhren sich anschicken, den mechanischen Uhren zunehmend den Rang abzulaufen, erscheint der "Chronosplit" als weltweit erster Quarz-Armbandchronograph. 1983 bringt Heuer den ersten Quarzchronograph mit Analoganzeige heraus. Mit Aufkommen und Verbreitung der Quarztechnologie werden mechanische Stoppuhren überflüssig, und Heuer stellt daraufhin die Produktion dieser Uhren ein. Am 26. Juni 1982 fordert die Quarzkrise von Heuer ihren Tribut, und Jack W. Heuer sieht sich zu der bitteren Entscheidung gezwungen, das Familienunternehmen zu verkaufen. Zuerst an den Luxus- und Schmuckuhrenhersteller Piaget, eine eher unpassende Wahl; 1985 folgt der Weiterverkauf an den Araber Mansour Ojieh von der Gruppe Techniques d'Avant Garde (TAG). Ab 1988 leitet Christian Viros die aus dem Zusammenschluß mit TAG entstandende TAG Heuer SA. Im Herbst 1996 wird das Unternehmen an die Börse gebracht.

1999 wird das Unternehmen von dem französischen Luxusgüter-Hersteller Louis Vuitton übernommen. Jack W. Heuer wird 2001 zum Ehrenpräsidenten der Marke ernannt und erhält außerdem eine Position als Berater. Aufgrund seines Lebenswerks erhält er am 2. Februar 2007 vom JIC (Jewelry Information Center) den "Gem Award" verliehen.[1]

Aktuelle Firmenstrategie: Replikas der Klassiker sowie Innovationen

TAG Heuer Kirium
© TAG Heuer

Nachdem sich mechanische Uhren, vor allem in der Ober- und Luxusklasse, wieder gegenüber Quarzuhren behaupten, besinnt sich die Marke unter Christian Viros wieder auf ihre früheren Erfolgsmodelle und deren unvergessene Tradition. So gibt es zu den legendären Klassikern wie Carrera, Monza oder Monaco in der Reihe Heuer Classics etliche Replikas dieser Uhren, etwa die Targa Florio oder die Monaco Steve McQueen Edition.

Durch die gemeinsame Heimat von TAG Heuer mit der Uhrenmanufaktur Zenith innerhalb der LVMH können auch Synergien stärker genutzt werden, speziell die Werke-Kompetenz von Zenith. Es finden sich daher auch Werke wie das Calibre 36 (abgeleitet von der Schwingungszahl 36.000 des zugrundeliegenden El Primero-Kalibers) im Programm von TAG Heuer.

Darüber hinaus arbeitet die Firma intensiv an Neuentwicklungen. So wurde auf der Baselworld 2004 die mit einem völlig neu konstruierten mechanischen Werk ausgestattete Konzept-Uhr Monaco V4 präsentiert. Das Grundprinzip der Kraftübertragung funktioniert bei ihr auf der Basis von 13 Zahnriemen anstatt, wie bei bisherigen mechanischen Werken, mittels Zahnrädern.

Auf der Baselworld 2005 wurde mit dem Calibre 360 Concept Chronograph der welterste mechanische Armbandchronograph mit einer Meßgenauigkeit von 1/100 Sekunde präsentiert. Das Calibre 360 beinhaltet zwei verschiedene, über dieselbe Krone gesteuerte Uhrwerke, von denen eines ein automatisches Uhrwerk und das andere ein manuell aufgezogenes Chronographenwerk ist, das mit einer Amplitude von 360.000 A/h schwingt.

Aber nicht nur im technischen Bereich, sondern auch in bezug auf fortschrittliches Design ist die Firma sehr agil. Die von Jörg Hysek gestaltete, 1997 lancierte Kirium zeigte neue Wege in der Gestaltung von Uhrengehäusen auf, indem die Uhr und das Armband zu einer homogenen Einheit verwoben wurden. Auch die Reihe "Link" gilt aufgrund ihres typischen Armbanddesigns als richtungweisend.

Neue Wege der Vermarktung

Breite Aufmerksamkeit erregen die Marketingkompagnen der Firma. Zuerst wird das Motto "Don't crack under pressure" lanciert, danach: "Success. It's a Mind Game". 1995 erhält TAG Heuer in Cannes den Preis für die beste Werbung. Es folgen die Anzeigenkampagnen "Inner Strength" sowie "What are you made of?"

Gegenwärtig ist das Marketing der Firma, vielleicht, neben dem Hersteller Omega (Stichwort "James Bond 007"), am stärksten von allen Uhrenmarken, auf die sogenannten "Markenbotschafter" ausgerichtet, zu denen zahlreiche populäre Figuren aus Film und Sport zählen. Der Fokus wird hier weniger auf die Uhren selbst, sondern vielmehr auf die Person dessen, der sie trägt (oder sich dafür teuer bezahlen läßt), gelegt.

TAG Heuer Monaco V4 Rückseite
© TAG Heuer

150-jähriges Jubiläum und Serienreife der Monaco V4

Passend zur Feier des 150-jährigen Jubiläums der Uhrenmarke bietet die Lancierung der 2003 in einem ersten Entwurf vorgestellten Monaco V4 einen würdigen Rahmen. Das völlig neu konstruierte Uhrwerk, bei dem die Federkraft nicht, wie bislang bei praktisch allen Uhren üblich, mittels Rädern übertragen wird, sondern mit Hilfe von Zahnriemen, hatte schon vorher die Fachwelt genauso verblüfft wie die gesamte Öffentlichkeit. Daß diese Erfindung aber zur Serienreife gelangen würde, hatte kaum jemand für möglich gehalten. Und doch findet im Herbst 2009 die aufsehenerregende Premiere der Monaco V4 als Verkaufsmodell statt: standesgemäß im hochwertigen Platingehäuse, limitiert auf 150 Exemplare, zu einem Preis von ca. 70.000 Euro.

Weitere Neuerscheinungen zum 150-jährigen Firmenjubiläum sind die Wiederauflage des Chronographen-Klassikers Silverstone sowie die Präsentation des neuen Chronographen-Kalibers 1887 mit automatischem Aufzug, der vollständig in eigener Fertigung produziert wird.

Mit dem "Pendulum Concept" gibt es eine weitere Innovation: das erste mechanische Uhrwerk ohne Spiralfeder. Dieses besitzt anstelle der traditionellen Spiralfeder eine „unsichtbare” oder virtuelle Feder auf Magnetbasis. Die Vorrichtung hat die Form eines harmonischen Oszillators. Vier Hochleistungsmagneten mit einer auf komplexen geometrischen Berechnungen basierenden 3D-Steuerung erzeugen ein Magnetfeld, welches das lineare Rückstellmoment für die Unruhschwingungen liefert. Das Werk ist komplett mechanisch und kommt ohne Elektronik oder angetriebene Stellglieder aus. Das von den Magneten erzeugte Magnetfeld bleibt über Jahrzehnte konstant.

2011 wird mit dem Mikrotimer Flying 1000 Concept Chronograph der weltweit bislang einzige mechanische Chronograph präsentiert, der Zeiten bis auf die 1/1000stel Sekunde genau mißt und anzeigt. Das Schwingungssystem pulsiert hierbei 3.600.000 Mal pro Stunde, ist also 125 Mal schneller als bei den meisten existierenden Chronographen und 10 Mal schneller als beim Carrera Mikrograph 1/100th Second Chronograph. Für diese neue Technologie wurden 11 Patente angemeldet.

Bekannte Modelle bzw. Modellreihen (Auswahl)

TAG Heuer Carrera Calibre 16 Day-Date Titanium CV2A80 FC6256
© TAG Heuer
TAG Heuer Monaco Calibre 12 Twenty Four Concept Chronograph
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Auszeichnungen

Beim renommierterten Grand Prix d'Horlogerie de Genève, einer Art "Oscar" der Schweizer Uhrenbranche, war TAG Heuer 2010 erfolgreich. Das Modell Carrera 1887 Chronograph errang die Auszeichnung “La Petite Aiguille” ("kleiner Zeiger") für Uhren in der Klasse bis 5.000 Schweizer Franken.

Literatur

Anschrift

TAG Heuer SA
Louis-Joseph Chevrolet 6a
CH-2300 La Chaux-de-Fonds

Weblinks

Quellen

  1. www.uhren-schmuck.de (Stand 28.12.2007)